Auf den Spuren von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg (Reise nach Frankreich im Jahre 1541)
„Abitus principis in Galliam Von April bis Juli 1541 reiste der Herzog von Jülich-Kleve-Berg quer durch Frankreich nach Châtellerault im Königreich Navarra, wo die Hochzeit mit Johanna geschlossen wurde. Der ausführliche zeitgenössische Bericht eines Teilnehmers der Reise im Gefolge des Herzogs erlaubt eine Rekonstruktion des Ablaufs. Obgleich Wilhelm V. von einem Verwandten, Ludwig von Kleve, am französischen Königshof eingeführt wurde und dieser ihn als Reisemarschall begleitete, wurden immer wieder kulturelle Unterschiede sichtbar in deren Folge es zu Missverständnissen kam. „
Während dieser ausführlichen Studienreise folgen Sie den Spuren des Herzogs Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg. Über Belgien und Luxemburg geht es zunächst ins französische Département Moselle in der Region Lothringen. Über die Picardie geht es dann in Richtung französischer Hauptstadt. Absolutes Highlight dieser Reise ist die Fahrt entlang der Loire und die Besichtigung der beeindruckendsten und schönsten Schlösser der Loire. Das Ziel der herzoglichen Reise im Jahre 1541 war die Kleinstadt Châtellerault in der heutigen Region Poitou-Charentes. Die Rückreise erfolgte teilweise auf ähnlichen Wegen und führte auch durch das Rheinland. Sie treten die Heimfahrt via Poitiers an und stoppen zudem in einem Vorort von Paris, in Saint-Denis, wo der Herzog die Basilika besuchte, die als Grabstätte der französischen Könige diente.
Begleiten Sie uns auf eine spannende historische Reise nach Frankreich…
1. Tag: Jülich - Saint-Hubert (Moselle) (~ 290 km) - Soissons
„Von dem im Besitz des Grafen von Reifferscheid befindlichen Schloss Salm in der Südeifel, nahe der heutigen belgisch-luxemburgischen Grenze, war es über Saint Hubert, Mézièrs und Soissons in Richtung Paris gegangen.“ Das Dorf Saint Hubert (Moselle) wurde 1602 im Wald des Zisterzienserklosters Villers-Bettnach gegründet. Das Kloster selbst, 1135 gegründet, liegt ein paar Kilometer nordöstlich und wurde nach seiner Zerstörung während der Französischen Revolution 1792 aufgegeben. Die Anlage liegt rund 22 Kilometer nordöstlich von Metz, im Tal der Canner. Soissons, in der Region Picardie gelegen, befindet sich im Norden Frankreichs und war bereits zu Zeiten der römischen Besetzung als Augusta Suessionum bekannt. Zwischen 486 und 497 war Soissons Hauptstadt des Frankenreichs – noch heute ist Stadt Bischofssitz. Soissons trägt den Titel „Villes et Pays d’art et d’histoire » (Stadt und Land der Kunst und Kultur), welcher vom Ministerium für Kultur und Kommunikation vergeben wird. Sie beziehen Ihr Hotel und nehmen Ihr erstes gemeinsames Abendessen ein. Übernachtung in Soissons.
2. Tag: Soissons – Abtei St. Germain des Prés – Umgebung von Melun
Während eines Stadtrundganges in Soissons erkunden Sie die Sehenswürdigkeiten der Stadt, u.a. die Kathedrale Saint-Gervais-et-Saint-Protais (Die Kathedrale dient als Sitz des Bischofs von Soissons. Die Gestaltung der Fassade orientierte sich an der Kirche Notre-Dame in Paris, die zum Vorbild genommen wurde. Der Innenraum wurde u.a. mit Glasmalereien aus dem 13. Jhd., Tapisseriearbeiten aus dem 15. Jhd. und der Anbetung der Hirten von Rubens gestaltet.), die ehemalige Abtei Saint-Jean-des-Vignes (gegründet im Jahre 1076 durch Hugues le Blanc für Regularkanoniker, die nach den Regeln des Heiligen Augustinus lebten. Das Kloster wurde im Laufe der Zeit als Kloster, Steinbruch und Kaserne genutzt, bevor es durch die Explosion eines Munitionslagers fast vollständig zerstört wurde) und das Stadtmuseum. Weitere Sehenswürdigkeiten von Soissons sind das ehemalige Benediktinerkloster Saint-Médard, die ehemalige Gemeindekirche Saint-Pierre-au-Parvis und die Ruinen von Notre Dame (Benediktinerinnenkloster). Sie verlassen Soissons und fahren weiter nach Paris. „In Paris war Wilhelm in der Abtei Saint-Germain-des-Prés als Gast des Kardinals von Tournon untergebracht.“ Die Kirche St-Germain-des-Prés ist das letzte mittelalterliche Zeugnis der damals reichsten und mächtigsten Abtei im Umfeld von Paris. Ihr Vorgängerbau war seit dem Jahr 558 die Familiengrabstätte der fränkisch-merowingischen Könige. Besonders beeindruckend ist der Chor von Pierre de Montreuil, der im Jahre 1163 von Papst Alexander II. geweiht wurde. Die Wandmalereien (19. Jhd.) stammen von Hippolyte Flandrin. Während einer 2-stündigen Besichtigung des Viertels Saint-Germain-des-Prés (Führung auf Englisch; deutschsprachige Reiseleitung wird angefragt) entdecken Sie einen Stadtteil, der sich von einem mittelalterlichen Dorf, der von Orden und Bildungseinrichtungen bestimmt wurde zu einem aristokratischen Teil von Paris wurde. Künstler, Bohémiens, Aristokraten und Intellektuelle prägten die Entwicklung von Saint-Germain-des-Près vor allem im 20. Jdh. entscheidend mit. Nach der Besichtigung fahren Sie weiter zu Ihrem heutigen Tagesziel, in die Umgebung von Melun. Check-in. Abendessen und Übernachtung im Hotel.
3. Tag: Melun - Schloss Vaux-le-Vicompte - Besichtigung – Schloss Fontainebleau – Orléans
„Die erste Etappe der Reise Richtung Châtellerault im Königreich Navarra…führte über Melun nach Fontainbleau. Hier logierte der Herzog im Pallas, wie stets in den jeweiligen Königsschlössern. Über einige Zwischenhalte ging es nach Orléans, wo der Herzog Gast des Stiftskapitels St. Aignan war.“ Das Schloss Vaux-le-Vicomte mit seinem Schlosspark ist ein kleinerer Vorgänger der Palastanlagen von Versailles. In Maincy, bei Melun im Département Seine-et-Marne gelegen, gilt das Schloss „heute als das größte private Anwesen Frankreichs“. „Das majestätische Bauwerk, mit dem keine andere königliche Residenz des 17. Jh. vergleichbar war, wurde im Jahre 1656 von Nicolas Fouquet errichtet, der die Finanzen von Ludwig XIV verwaltete. Fasziniert von einer solchen Pracht und neidisch auf diesen Erfolg sperrte der junge Sonnenkönig seinen Minister lebenslänglich ins Gefängnis und ließ sich von Vaux le Vicomte inspirieren, um Versailles erbauen zu lassen. Vaux le Vicomte ist auch berühmt für seine Besichtigungen bei Kerzenschein, bei denen mehr als 2000 Kerzen das Schloss und seine Gärten in strahlendes Licht tauchen.“
„Das Schloss ist reich möbliert und dekoriert und beherbergt prächtige Wandbehänge des 17. Jahrhunderts sowie außergewöhnlich eingerichtete Säale und Prunkgemächer.
Eine Treppe führt Sie zur krönenden Laterne des Schlosses, von wo aus Sie über das Dach hinaus einen herrlichen Panoramablick genießen können. André le Nôtre kozipierte in Vaux le Vicompte seinen ersten französischen Barockgarten: Verzierungen, Bildhauerkunst, Wasserbecken, Springbrunnen…
Das Kutschenmuseum bietet eine europaweit einmalige Sammlung an Kutschen und Ausrüstungen.“ Während einer professionellen Führung durch Schloss (Dauer ca. 90 Minuten) und die herrlichen Gartenanlagen (Dauer ca. 90 Minuten) erleben Sie eine beeindruckende Anlage und stärken sich anschließend mit süßen Köstlichkeiten. Alternativ besteht auch die Möglichkeit an einer Käse- und Weinprobe teilzunehmen. Weiterfahrt zu einem der bekanntesten Schlösser der Loire, Schloss Fontainebleau. Das Schloss ist ein Königsschloss, das zeitweilig auch von Kaiser Napoléon I. genutzt wurde. Es ist vor allem berühmt für seine Innenausstattung aus der Zeit der Renaissance, an der zahlreiche italienische Künstler arbeiteten, und wurde 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Anlage wurde unter Franz I. und Heinrich II. an der Stelle eines Jagdschlosses gebaut. Das Schloss gilt als erster Renaissancebau auf französischem Boden. Das Schloss besteht aus fünf Höfen, einer Kapelle, diversen Prunkräumen, Fresken und Stuckaturen. Ludwig XIV. ließ in den Gärten ein neues Parterre im Stil des Barocks, einen großen Kanal und einen neuen Park anlegen. Mit dem Schloss Fontainebleau sind die sogenannte Erste und Zweite Schule von Fontainebleau verknüpft:
• Die erste Schule hatte einen großen Einfluss auf die französische Kunst
• Die zweite Schule (ab 1590) – hier waren überwiegend französische und flämische Künstler tätig
Mit einem deutschen Audio-Guide besichtigen Sie selbstständig das Schloss (leider spricht keiner der Guides des Schlosses Deutsch), anschließend haben Sie noch Gelegenheit den Schlossgarten zu besuchen. Nach den Besichtigungen geht es weiter zum heutigen Etappenziel, nach Orléans. Hotelbezug. Abendessen im Hotel und Übernachtung.
4. Tag: Orléans (Stadtbesichtigung) – Schloss Blois
Nach dem Frühstück unternehmen Sie einen Stadtrundgang durch Orléans. Unter dem Motto „Orléans zwischen Himmel und Erde“ werden Sie während einer ca. 2-stündigen Führung die Stadt von oben nach unten entdecken! Nachdem Sie 252 Stufen erklommen haben, genießen Sie in der Kathedrale Sainte Croix eine Panoramaaussicht auf Stadt und Umland. Aus 41m Höhe steigen Sie anschließend hinab in die Krypta Saint Aignan und Saint Avit – hier befinden sich die römischen Schätze im Untergrund. Versteckt unter dem Reiterstandbild von Jeanne d´Arc auf der Place du Martroi, befinden sie Überreste der mittelalterlichen Stadtmauer von Orléans. Weiterfahrt nach Blois und Besichtigung des Schlosses. Das Schloss Blois steht auf einem Bergsporn am nord-östlichen Ufer der Loire in der Stadt Blois. Weil es unter den französischen Herrscherhäusern Valois und Orléans von 1498 bis 1589 Residenz der französischen Könige war und Bauwerke aus vier Epochen in einer Anlage vereint, ist es eines der bekanntesten Loireschlösser. Nachdem die Gebäude während der Französischen Revolution geplündert und beschädigt worden waren, wurden sie ab 1845 umfassend restauriert. Das Schloss Blois war damit das erste Loire-Schloss, das nach der Revolution wiederhergestellt wurde und als Vorbild für die Restaurierung fast aller heute bekannten Schlösser des Loiretals diente. Seit der Restaurierung wird das Schloss Blois als Museum genutzt und beherbergt das Musée des Beaux-Arts (Kunstmuseum) mit Skulpturen und Gemälden des 16. bis 19. Jahrhunderts – darunter Werke aus der Schule von Fontainebleau – sowie eine Sammlung wertvoller Tapisserien. Im Erdgeschoss ist ebenfalls ein Museum („Musée archéologique“ & „Musée lapidaire“) untergebracht. Es zeigt Fundstücke von Grabungen, die unter anderem im Schlossareal durchgeführt wurden, und originalen Skulpturenschmuck des Schlosses, der bei den Restaurierungsarbeiten im 19. Jahrhundert nicht wieder verwendet wurde. Sie haben nach der Führung durch das Schloss Gelegenheit die Museen auf eigene Faust zu erkunden. Hotelbezug. Abendessen und Übernachtung im Hotel in Blois.
5. Tag: Blois – Schloss Amboise - Blois
„Am Freitag, den 5. Mai, wurde Amboise erreicht, wo der Herzog dem König von Frankreich, Franz I., und seinem Hof erstmals begegnete.“ Nach dem Frühstück fahren Sie zum Schloss von Amboise (Château d'Amboise), welches hoch über der Stadt Amboise auf einem Felsplateau thront. Im 15. und 16. Jhd. diente sie oft als Residenz für Besucher, heute ist von der ehemals gewaltigen Schlossanlage lediglich ein kleiner, dafür sehr interessanter Teil erhalten. Während einer informativen Besichtigung der Anlage entdecken Sie u.a. die beiden mächtigen Rundtürme, die Gärten, die spätgotische Hubertus-Kapelle, Sie genießen die herrliche Aussicht von der Terrasse auf die Stadt und den Fluss Loire und sehen die Innenräume des „Logis royal“. Entdecken Sie die gotischen Gewölbe, prachtvolle Stilmöbel und diverse Portraits der ehemaligen Schlossbewohner. Nach der Besichtigung haben Sie noch Zeit um durch die Gärten innerhalb der Festungsanlage zu spazieren. Sie verlassen Amboise und unternehmen am Nachmittag eine 2-stündige Führung durch die Stadt Blois. Vom Schlossplatz aus gehen Sie zunächst Richtung Saint-Nicolas Kirche. Die ehemalige Abteikirche wurde im 12. und 13. Jhd. von Benediktinermönchen errichtet. Sie spazieren am Ufer der Loire entlang und über die Brücke Jacques Gabriel. Am linken Flussufer befindet sich u.a. die römisch-katholische Kathedrale Saint-Louis. Zur Einrichtung des Bischofssitzes (im Jahre 1697) und Erhebung der Kirche zur Kathedrale stiftete König Ludwig XIV. im Jahre 1704 die Orgelempore. Bei einem Spaziergang durch die pittoresken Gassen entdecken Sie wunderschöne Renaissance-Häuser und erleben die Geschichte der Stadt hautnah. Abendessen und Übernachtung wie am Vortag.
6. Tag: Blois – Schloss Chambord – Tours
Nach dem Frühstück besuchen Sie zunächst das größte Schloss der Loire-Region – das Schloss Chambord, das in einem großen früheren Jagdgebiet liegt. Es wurde in der ersten Hälfte des 16. Jhd. unter König Franz I. als Prunk- und Jagdschloss errichtet und gilt als das prächtigste der Schlösser der Loire. Während einer 2-stündigen Führung werden Sie mit einer fachkundigen örtlichen Reiseleitung das Schloss erkunden. Weiterfahrt nach Tours. „In Tours traf der Herzog erstmals seine dreizehnjährige Braut Johanna von Navarra.“ In Tours unternehmen Sie einen 2-stündigen Stadtrundgang und lernen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennen. Der keltische Stamm der Turonen gab der Stadt ihren heutigen Namen. Entstanden aus der römischen Stadt Caesarodunum (Cäsarenhügel) wurde der heilige Gatianus im 3. Jhd. zum ersten Bischof von Tours ernannt. Der heilige Martin, der dritte Bischof von Tours, ließ die Gebeine des heiligen Gatianus in die heutige Kathedrale überführen. Die Grabstätte des Heiligen Martin wurde ebenfalls zu einem beliebten Pilgerziel und verlieh der Stadt eine besondere symbolische Bedeutung. Sie sehen während Ihres Stadtspazierganges u.a. die gotische Kathedrale Saint-Gatien, die Sitz des Erzbischofs von Tours ist, die neue Basilika Saint-Martin mit Grablege des Hl. Martin, von der heute nur noch zwei Türme erhalten sind und das erzbischöfliche Palais, heute Sitz des Museums der Schönen Künste von Tours. Abendessen und Übernachtung im Hotel in Tours.
7. Tag: Tours - Schloss Chenonceau – Schloss Loches
„Am 10. Mai traf die Reisegesellschaft in Chenonceau ein.“ Sie treffen Ihre heutige Reiseleitung im Hotel und fahren gemeinsam zum Schloss Chenonceau. Das Hauptgebäude des Wasserschlosses im steht – von Wasser umgeben – am nördlichen Ufer des Cher, während die später errichtete Galerie den Fluss überbrückt. Nach Versailles ist es das meistbesuchte Schloss Frankreichs und wird auch „Schloss der Damen“ genannt, da fast nur Frauen die Geschichte und das Schicksal des Schlosses bestimmten. Heute sind im Schloss zwei Museen und eine Kunstgalerie untergebracht. Als erstes Museum dient das Logis mit zahlreichen Gemälden alter Meister sowie Mobiliar und Tapisserien aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. In einem Teil des Bâtiment de Dômes befindet sich seit Juni 2000 zudem ein Wachsfigurenkabinett, das Galerie des Dames genannt wird. Während einer ca. 2-stündigen Führung erfahren Sie die wichtigsten geschichtlichen Hintergründe des Schlosses. Von hier aus geht es dann weiter zum Schloss Loches. „Von Loches aus machte der Herzog einen eintägigen Jagdausflug.“ Das Schloss Loches besteht aus drei Gebäudekomplexen, darunter einer der ältesten Donjons Frankreichs, das zu den besterhaltenen europäischen Architekturensembles des Mittelalters zählt. Schon 1840 wurde die zum Schloss gehörende Stiftskirche als Monument historique unter Denkmalschutz gestellt, 1862 folgte der Donjon. Das Eingangstor zum Schlossareal wurde im Juni 1886 in die Denkmalliste aufgenommen, während das Logis Royal erst 1889 zum Denkmal erklärt wurde. Obwohl sich das Schloss nicht direkt im Loiretal befindet, wird es trotzdem zu den Schlössern der Loire gezählt. Sie besichtigen das Schloss (ca. 2 Std.) und kehren anschließend in Ihr Hotel nach Tours zurück. Abendessen und Übernachtung wie am Vortag.
8. Tag: Loches – Châtellerault
Nach dem Frühstück verlassen Sie Tours und brechen zu Ihrer vorletzten Station auf den Spuren von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg auf. „Schließlich erreichte man am 20. Mai Châtellerault und damit das Ziel der Reise.“ Die Stadt Châtellerault, die auf eine mehr als 1000-jährige Geschichte zurückblickt, galt im Mittelalter als bedeutende Station auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela, seit dem 18. Jhd. gewann die Stadt durch die Herstellung von Messern und Waffen an Bedeutung und beherbergte zwischen 1819 und 1968 die „Manufacture Nationale d'Armes de Châtellerault“, die nationale Waffenmanufaktur. Sie können einen individuellen Spaziergang durch die Kleinstadt unternehmen (leider werden keine deutschsprachigen Führungen angeboten) und die Zisterzienser-Abtei Notre Dame l’Etoile (12. Jhd.) sowie das gallo-römische Theater Vieux Poitiers-Naintré (1. Jhd.) sehen. Alternativ besteht die Möglichkeit die beiden Museen der Stadt („Musée Sully“ – regionalhistorisches Museum & „Musée Auto Moto Vélo“ - Fahrzeugmuseum) zu besichtigen, die sich auf dem Gelände der ehemaligen Waffenmanufaktur befinden. Eine weitere Alternative ist eine Stadtbesichtigung in Poitiers (ca. 40 km von Châtellerault entfernt). Die Stadt bietet zahlreiche Themen-Spaziergänge an. Beispielsweise wäre es möglich eine 2,5-stündige Führung unter dem Motto „2.000 Jahre Geschichte und Kunst in Poitiers“ zu unternehmen. Abendessen und Übernachtung in der Umgebung von Poitiers.
9. Tag: Umgebung Poitiers – Saint-Denis
Nach dem Frühstück fahren Sie in den Pariser Raum, nach Saint-Denis. „Nach einem Monat Aufenthalt in Châtellerault nahm der Herzog am 21. Juni Abschied von seiner Ehefrau und trat die Rückreise über Paris an, wo er noch die Grablage der französischen Könige in Saint-Denis aufsuchte.“ Saint-Denis liegt nördlich von Paris und bildet einen Teil der sog. Banlieue (Vororte). In der Abteikirche Saint-Denis, die dem heiligen Dionysius von Paris geweiht wurde, wurden die französischen Könige begraben. Auch Herzog Wilhelm V. besuchte die Grablege der Herrscher. Der 1147 begonnene Neubau der Klosterkirche gilt als Beginn der Gotik. „Begünstigt durch die große Verehrung, die dem heiligen Dionysius zuteil wurde, entstanden schon sehr früh enge Verknüpfungen zwischen der Basilika und der Krone. Sie wurde zum bevorzugten Bestattungsort der französischen Herrscher…42 Könige, 32 Königinnen, 63 Prinzen und Prinzessinnen und 10 bedeutende Persönlichkeiten des Königreichs sind hier begraben; Napoleon I. wollte sei zu einer kaiserlichen Grabstätte machen…Die erste offizielle französische Geschichtsschreibung entstammt den Federn der Mönche der Abtei Saint-Denis.“
„Die Basilika birgt heute mehr als 70 Grabfiguren und Gräber – eine für Europa einzigartige Sammlung, anhand der sich die Entwicklung der Grabkunst nachverfolgen lässt: von den liegenden Grabfiguren des 12. Jhd. mit offenen Augen bis zu den großen Kompositionen der Renaissance, bei denen der Tod mit der Hoffnung auf die Auferstehung verknüpft ist.“ Während einer 2-stündigen Führung (mit anschließendem Snack) erfahren Sie alles Wissenswerte über die Basilika von St. Denis. Neben der Kathedrale gehört das „Stade de France“, das 1998 Austragungsort u.a. des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft war zu den „Wahrzeichen“ des Stadtviertels. In Saint-Denis besteht zudem die Möglichkeit das „Musée d´Art et d´Histoire“ (Ausstellung regionaler Kultur und Geschichte), die „Maison d'éducation de la Légion d’Honneur“ (Mädcheninternat, das im 18. Jhd. von Napoleon für die Töchter seiner Ehrenlegionäre gegründet wurde und bis heute in seiner Art einzigartig ist) und das Ursulinenkloster zu besuchen. Abendessen und Übernachtung in der Umgebung von Saint-Denis.
10. Tag: Saint-Denis – Jülich
Während der letzten Reiseetappe können Sie die aufregenden Erlebnisse, Orte, Geschichten und Eindrücke auf sich wirken und Revue passieren lassen. Heute reist es sich viel bequemer und schneller als zu Zeiten von Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg – der Zauber der Sehenswürdigkeiten ist jedoch gleich geblieben! Ankunft am Nachmittag am Ausgangspunkt der Reise.
© via cultus, Änderungen vorbehalten
Leistungen:
- Fahrt im modernen Reisebus ab/bis Jülich
- 9x Übernachtungen im Doppelzimmer mit Dusche/WC und Frühstück (Buffet) in Hotelanlagen der guten bis gehobenen Mittelklasse (3-4*)
- 9x Abendessen im Hotel
- Qualifizierte deutschsprachige lokale Reiseführungen
- sämtliche Eintrittsgelder laut Programm
- nationale und lokale Steuern (ausg. unplanmäßige Erhöhungen für 2012 und dem Veranstalter bei Vertragsabschluß noch nicht bekannten Zusatzsteuern)
Nicht im Reisepreis enthalten / Optional:
- Reiserücktrittsversicherung Basisschutz (mit 20 % Selbstbehalt) im Rahmen einer Gruppenversicherung mit 2,2 % des Reisepreises
- Reiseabbruchversicherung und Reisekrankenversicherung
- Mittagessen
- Getränke zu den Mahlzeiten
- Persönliche Ausgaben
- Trinkgelder
Reisepreis:
€ 1 350,00 /pro Person im Doppelzimmer
Einzelzimmerzuschlag € 290.00
Preise gelten vorbehaltlich Verfügbarkeit!
Reisezeit:
16.04. – 25.04.2012
Mindestteilnehmerzahl: 15 Personen




